Umgangsrecht Großeltern

Das Umgangsrecht der Großeltern

In § 1685 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) wird das Umgangsrecht der Kinder mit anderen Bezugspersonen bearbeitet. Die Großeltern, also Oma und Opa werden hier ausdrücklich erwähnt.

Umgangsrecht der Großeltern - Grundzüge

Grundsätzlich wird dem Kind das Umgangsrecht mit den Großeltern zugeschrieben, wenn dieses dem Wohl des Kindes dient. Wird das Umgangsrecht von den Eltern verweigert, liegt es jedoch an den Großeltern, die beidseitige persönliche und emotionale Bindung zu dem Kind darzulegen. Diese ist notwendig, dass das „Kindeswohl“ vorrang vor der Entscheidung der Erziehungsberechtigten hat.

Umgangsrecht der Großeltern-Rechtsprechung

In der Rechtsprechung zum Umgangsrecht des Kindes mit den Großeltern wird auch auf weitere Details eingegangen. Folgende Situationen können sich für die Großeltern als Vorteilhaft erweisen:

Ein Konflikt, Streit oder Spannungen zwischen Eltern und Großeltern reicht normalerweise nicht aus, um dem Kind das Umgangsrecht zu entziehen, wenn dieses vorher regelmäßigen Kontakt und eine gewachsene Beziehung zu den Großeltern hatte. Von beiden Parteien wird erwartet, dass diese das Kind aus dem Konflikt heraushalten. Das angemessene Umgangsrecht kann sich anhand der Häufigkeit (täglich, wöchentlich, monatlich) des Umgangs orientieren.

Auch die bisherige räumliche Nähe, die durch Umzug der Eltern entfällt, kann zur Entscheidungsfindung vom Familiengericht berücksichtigt werden. Lebten die Großeltern bisher im gleichen Haus oder in einer Nachbarwohnung und hatten einen engen Kontakt zu den Enkeln, kann dies die Entscheidung für das Umgangsrecht positiv beeinflussen.

Unstimmigkeiten in Erziehungsfragen zwischen Eltern und Großeltern sind nicht zwangsläufig ausreichend, um dem Kind das Umgangsrecht für Oma oder Opa zu entziehen. Von Eltern und Großeltern kann erwartet werden, dass diese familiäre Konflikte nicht vor dem Kind austragen.

Beratung für Großeltern zum Umgangsrecht

Anders als beim Umgangsrecht bezüglich der Eltern, ist das Umgangsrecht in Bezug auf die Großeltern bei Auseinandersetzungen oft wesentlich stärker dem Ermessen des Familiengerichts unterlegen. Hierfür gibt es zwar inzwischen ausreichend Urteile im Internet zu fnden, da Sie als Großeltern jedoch den persönlichen Bezug zum Kind als positiv für die weitere Entwicklung und Erziehung darstellen müssen, ist die Beratung durch einen Rechtsanwalt sinnvoll. Da es sich in der Auseinandersetzung um Ihren Sohn, Tochter, Schwiegertochter oder Schwiegersohn handelt, sollte mit dem Rechtsanwalt zunächst über Mediation (Schlichtung) gesprochen werden. Erst wenn hier zum Umgangsrecht keine Einigung zu erzielen ist, sollten weitere rechtliche Schritte abgewägt werden. Eine rechtliche Auseinandersetzung zwischen Großeltern und Eltern stört fast immer dauerhaft das Sozialgefüge aller engen Angehörigen.

Der Fachanwalt für Familienrecht ist der hierfür spezialisierte Rechtsanwalt.

Das Umgangsrecht bezüglich der Großeltern ist komplex. Von uns veröffentlichte Informationen zum Umgangsrecht bezüglich der Großeltern können daher keinen Anspruch auf Rechtssicherheit erheben. Rechtsberatung zum Umgangsrecht bezüglich der Großeltern sollte durch einen Rechtsanwalt erfolgen.